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20. Februar 2015

Die virtuelle Welt

Sie ist einfach nicht mehr wegzudenken, diese virtuelle Welt. 
So wie wir nachts in unsere Traumwelten eintauchen, so treiben sich die meisten am Tage im Web herum. Eine neue Kommunikationsebene wurde erschaffen, um den Verbraucher noch mehr zu manipulieren, den Schwachen Rückenwind zu geben und zu stärken und den Starken noch stärker zu machen.
Im Internet ist alles möglich. Man gehört dazu, man darf laute Töne von sich geben. Man braucht sich nicht zu verstecken.
Bist du nicht drin, bist du nicht dabei. Hast du keine Technik Zuhause, bist du allein.

Das Internet ist eine Raum, wo sich zig Menschen auf kleiner Fläche tummeln können. Hier darf jeder was sagen, hier ist jeder willkommen.
Es zählt nicht wie du aussiehst, es zählt wie du dich präsentierst. Jeder darf frei sein.
Es werden kleine Welten erschaffen, um die Individualität des Einzelnen gerecht zu werden.
Leben im Grünen war gestern, online leben ist heute.

Die verschiedenen Seiten sind wie Flure, Communities lassen Menschen zusammenschweißen. Ist man online, ist man da, präsent. Man kann sich austauschen, sich unterhalten, gemeinsam lachen oder weinen. 
Wir springen von der Traumwelt in die virtuelle, nebenbei läuft die Realität.
Welche Rolle spielt schon die Realität, wenn man im Netz Eins sein kann?
Man kann einkaufen gehen, anprobieren ist Schnee von gestern. Man klickt sich durch und alles läuft automatisch. Man wählt sich einen Partner und klinkt ihn an, ist man sich sympathisch, verbringt man sein Leben miteinander, welches eh nur nebensächlich geworden ist. 

Jeder der etwas mitzuteilen hat, kann schreien. Die Kreativität setzt keine Grenzen, Grenzen setzt nur die reale Welt.
Warum reden, wenn man schreiben kann.
Hier ist man groß, hier hat man was zu sagen. Egal was du machst, sag es den anderen. Teile dein Sein und stell dich in die Mitte.
Hallo hier bin ich! Liest mich, liebt mich, klickt mich!

Es ist völlig egal, wie blendend alles ist. Es ist irrelevant wer du bist, wie echt du bist, Hauptsache du hast was zu erzählen. Zeig mir dein Bewusstsein, und ich zeig dir meines und noch viel mehr.
Wir nehmen es an, egal ob richtig oder falsch. Hauptsache es wird gesehen, Hauptsache Feedback.
Ist das Reale schlecht, lässt man sich im Worldwideweb aus. Ist das Reale toll, will man es mit allen anderen teilen.
Privatleben ist Out, Öffentlichkeit ist In.

Hier bin ich anders, hier darf ich du sein. Zeig mir dein Netz, und ich zeig dir meins. Materielles ist unwichtig, hier existiert sowas nicht. Hier gilt nur der Schein, und wie gut du ihn aufrecht erhalten kannst. Hier brauchst du nur ein bisschen überzeugend sein.
Leb mit uns, mach dich frei.
Willkommen im neuen Jahrhundert. Hier hast du die Macht.

1. August 2014

Wann bist du bereit?

Wir kennen es ja alle, die schönen Ausreden, die wir uns Tag ein, Tag aus, zurechtlegen. Gestern zu viel Stress, heute Kopfweh, letzte Woche schlechtes Wetter, vor drei Tagen miese Laune.
Im Herumjammern sind wir wohl unschlagbar, da gehen wir voll auf. Wir rechtfertigen uns, damit wir uns nicht weiter zu entwickeln brauchen, weil eine Entwicklung immer so viel Neues und Unbekanntes mit sich bringt. Weil es eben nicht einfach ist, aus seiner Komfortzone auszubrechen, und ins kalte Wasser zu tauchen.
Dabei ist alles nur eine Frage der Gewohnheit.
Also, wann bist du bereit, dein Leben zu ändern?

Wir wachsen alle nach dem auf, was unsere Eltern und unser Umfeld uns beibringt, nur sie erzählen uns die Wahrheit. Doch dass deren Wahrheit nicht unbedingt unsere werden muss, verstehen wir erst gar nicht. Man muss nicht radikal sein Leben auf dem Kopf stellen, man sollte sich nur fragen, ob man das überhaupt will, was man Jahre lang vorgelebt bekam.
Egal ob man seine Ernährung umstellen möchte, ob man sein Hobby zum Beruf machen will, ob man Sport dauerhaft in sein Leben integrieren möchte, ob man gern woanders leben würde, oder einfach Dinge ausprobieren möchte, die tief im Herzen in der hintersten Ecke liegen (und nur in seltene Augenblicke aufglühen).

Viele Menschen richten sich nach dem, was man vorgelebt bekommt. Wenn man recht entscheidungsunfähig oder desinteressiert ist, bestimmen andere über das eigene Leben. Man lässt sich treiben, verschläft die Zeit, und irgendwann kommt der Punkt der Unzufriedenheit. Aber nicht dass man etwas ändert, man nimmt alles hin, und man redet sich ein, dass man nur das bekommen kann.
Wann bist du bereit, aufzuwachen?

Nicht nur jeden Tag, nicht mal jede Stunde, sondern jede einzelne Sekunde hat man die Chance, neu zu beginnen. Jede Sekunde ist da, um den Fels zum einstürzen zu bringen. Jede Sekunde kann man etwas verändern! Man kann sein Leben um 180° wenden, es in andere Richtungen lenken. Sicher, es wird nicht einfach, doch wer danach strebt, zufrieden und glücklich zu werden, der sollte sich fragen, wann er denn endlich bereit dazu ist!

Mit Sicherheit kommen auch dort wieder unzählige Ausreden. Lieber morgen, und dann richtig. Heute bin ich so müde und erschöpft. Diese Woche lass ich es noch mal so richtig krachen und suhle mich in alte Gewohnheiten, dann aber...
Doch am schlimmsten sind die negativen Sachen, dir wir uns ständig selbst einreden. Ich schaff das nie, ich kann das nicht, ich bin zu alt dafür, es ist zu viel Aufwand, ich glaube nicht daran und an mich, ich könnte versagen, ich habe Angst.
Die Liste ist riesig. Dazu kommen die anderen, Freunde, Familie, Bekannte, die uns in unsere Negativität noch bestärken und uns Recht geben. Nur warum, warum denken wir so etwas?

Nur wer genug Vertrauen zu sich selbst hat, kann es schaffen. Nur warum glauben wir nicht mehr an uns? Wo ist das kleine Kind hin, welches damals die Welt mit offenen Armen empfangen hat, welches neugierig war, welches gerne gelernt hatte um weiterzukommen, und stets nach seinem Wohlbefinden handelte?

Man braucht sich nur mal mit sich selbst beschäftigen, um heraus zu finden, was man möchte (und ich meine nicht herauszufinden, was man nicht möchte, das wissen wir nur zu gut). Was lauert tief in uns drin, wie möchte man am liebsten leben?
Man muss einfach mal ein bisschen egoistisch sein, und sich Zeit für sich nehmen. Man sollte nie vergessen, dass es das eigene Leben ist, welches im Vordergrund stehen sollte!
Nutze die Chance, um damit aufzuhören. Nutze die Chance, aus den Teufelskreis auszubrechen. Nutze die Chance, etwas ins Rollen zu bringen.
Also, wann bist du bereit?

1. Juni 2014

Der Supermarkt - Schein & Trug

Wenn man den ganzen Plakaten, Webeflyern, Radiospots und wahrscheinlich auch die Worte der Mitarbeiter div. Einkaufsmärkte trauen und ihnen Glauben schenken würde, wäre der Supermarkt ein einziges Paradies, welches Glück, Gesundheit und Zufriedenheit verkündet.

Was die Supermärkte aber von uns wollen, ist -einzig und allein- unser Geld.

Fangen wir doch mal beim Einfachsten an...beim Aufbau eines Marktes.
Schon die Enge der Gänge treibt den einen oder anderen in den Wahnsinn, erst recht wenn noch vollbepackte Paletten oder leere Kartons herumstehen. Die Breite der Gänge ist allerdings mit Hintergedanken gewählt. Der Kunde soll doch schließlich ganz nah an den Regalen vorbeigehen und eventuell das eine oder andere mitnehmen. Außerdem ist es pure Absicht, dass der Kunde ausgebremst wird. Oft heißt es ja: 'schnell mal einkaufen  gehen'. Etwas, was der Supermarkt einen austreiben möchte. Er spricht förmlich zu uns und sagt, dass wir langsam und gemütlich gehen solllen, um dadurch mehr zu sehen, mehr Appetit zu bekommen, um letztenlich mehr zu kaufen. Daher sind auch gerne am Eingang die sogenannten 'Zwischentische' mit Aktionsware zu sehen, vorteilhaft in leuchtendem Rot.
Gehen wir weiter... die Kühlregale. Immer mehr Prudukte werden 'To Go' angeboten. Man weiß, dass viele Menschen es eilig haben oder schlichtweg faul sind. Deswegen will man es ihnen so einfach wir nur möglich machen - Preise spielen dabei keine Rolle. Obstsalat to go, Grüner Salat to go, Sandwiches to go, Smoothies to go, Säfte to go, ... Aber nicht nur das, für die extrem faulen Leute gibt es ja schon seit langem Schinkenwürfel geschnitten, Käse gerieben, Nudeln vorgekocht und Brote geschmiert. Neudings auch Käsewürfel und Mettberge portioniert. Dass diese Ware schneller verderblich ist und noch einen Extrazusatz an div. Stoffe hat (weil der geriebene Käse darf ja nicht aneinander kleben), sehen viele nicht. Gearde beim Käse ist das auch so eine Sache mit dem Geschmack, da dieser mehr Angriffsfläche bietet, als ein ganzes Stück. Fast auf die Gesundheit geschissen, auf den edlen Preis sowieso - hauptsache schnell und praktisch!
Weiter gehts zum Trockensortiment... in Augenhöhe natürlich die Marken, am besten die Teuersten, damit die auch jeder sieht. Da die faulen Leute sich auch ungern bücken, sind die günstigeren Produkte -die meist nicht mal qualitativ schlechter sind- ganz unten zu finden. Oben kommt meist die Mittelgrenze. Weil manche Leute sich auch gerne veralbern lassen, greifen wsie oft zu den Markenartikeln, die gerade reduziert wurden. 5-15% Ersparnis ist ja auch der Hit. Kostet nur leider trotzdem mehr. Dass manche Supermarktketten generell erhöhte Preise haben als die anderen, kleineren, wird auch gerne übersehen. Sicher, manchmal lohnt es sich, wenn ein Artikel in der Werbung ist, und man den eh gerne kauft - ich will hier nicht die ganze Aktionsware schlecht schreiben. Am Besten ist immer die Masche 'ab 3 Artikel soundso viel gespart'. Da kann man nur hoffen, dass man dieses Prinzip durchschaut, denn mehr als 5, 10 Cent spart man da auch meist nicht. Nur der Konsument geht mit zwei Packungen mehr nach Hause - und glaubt mir, die sind genauso schnell weg, als wenn er nur eine gekauft hätte! (Zu diesem Thema später mehr.)
Wir irren weiter durch den Lebensmitteldschungel...und erreichen nun die Obst- und Gemüseabteilung. Meistens ist diese auch gleich am Anfang, um uns die Frische des Marktes zu vermitteln. Welches Thema immer mehr zum Gespräch wird: Alles was in irgendeiner Form und Weise nicht wie auf dem Plakat aussieht, wird entfernt. Ein Blatt ist welk? Weg damit... Ein Apfel ist etwas unförmig? Weg damit... usw. usw. Tricks werden immer gerne angewendet: Die Sträucher der Strauchtomaten bleiben schön da wo sie sind, denn von ihnen geht der intensive Duft aus, lose Weintrauben werden gleich in 1Kg-Portionen gelegt, sodass der Kunde erst gar nicht auf den Gedanken kommt, weniger zu nehmen. Bei den Kirschen und losen Beeren werden gerne die Gutaussehenden mit den nicht so prall Ausehenden gemischt...oder man legt sie einfach unter den Hübschesten, wenn die Zeit zum aussortieren fehlt. Jeder Kunde freut sich ja auch gerne über Probierstückchen...meist sind das die aussortierten Früchte und Gemüsesorten, man schneidet nur gerne das Unschöne weg - fertig.
Nähern wir uns der Kasse... Hier wird meist nochmal mit Aktionsware gelockt. Na, nicht doch noch einen Markenartikel probieren? Schließlich sind die ja im Angebot... Gerne werden hier auch die Eistruhen plaziert, inkl. extra große Plakate, die Geschmack und Genuss pur suggestieren. Gleich dahinter kommt die berüchtige 'Quengelzone' - wer kennt sie nicht. Schokolade, Bonbons, Gummitiere, und anderer Schnickschnack, den man sich ruhig mal intensiver anschauen und mitnehmen kann, wenns mal wieder etwas länger dauert. Quengelzone, weil hier gerne noch einmal die Kinder zuschlagen, und richtig aufs Organ drücken, um einen Kinderriegel zu erhaschen. Nach eigenen Beobachtungen - immer erfolgreich! Hauptsache das Kind ist ruhig gestellt! Zeitschriften gibts hier auch öfters... natürlich mit leckeren Rezepten.
Hat man den Supermarkt geschafft, gehts gleich weiter... vorbei an den Bäcker, inkl. Kleinigkeit. Nachdem man ja so viele tolle Produkte gesehen hat, hat man ordentlich Appetit bekommen. Wenn man nicht so auf Backwaren steht, geht man eben zur Bratwurstbude oder zum Chinesen nebenan. Auch hier wieder: Hauptsache schnell und 'lecker'.
Je nach Supermarkt kommt man auch noch an anderen div. Läden vorbei.

Das war der Supermarkt. Nehmen wir uns mal Einzelprodukte vor...
Wie wir ja schon im Prospekt oder auf Plakaten gesehen haben, lachen uns immer zufriedene Menschen an, die sich gerade beispielsweise einen Joghurt schmecken lassen. Wäre es ein Naturjoghurt, hätte ich fast gar nichts gesagt. Nur leider sind es immer Joghurts verschiedener -gepanschter- Geschmacksrichtung. Wer mal genauer hinsieht, der wird erkennen, das von Frucht nicht viel zu sehen ist. Eigentlich gar nichts. Aromastoffe sorgen für den Geschmack, gefolgt von Zucker. Für die Konsistenz sorgt meist irgendein anderer Stoff, den man lieber nicht wissen möchte. Um das ganze noch glaubhaft abzurunden, wird 1/5 einer Frucht hinein gegeben.
Beliebt sind ja auch heutzutage Fertiggerichte (ihr wisst, schnell und einfach!) Auch hier sorgen wieder unendlich viele Zusätze für den Geschmack, hier meist noch Fett, denn Fett ist auch ein Geschmacksträger wie Zucker. Es ist alles vorhanden, nur nicht wirklich das, was auf der Verpackung zu sehen ist und versprochen wird.  Und.
Das Neuste momentan: XXL-Packungen. Dabei wird auch gerne übersehen,  dass diese manchmsl sogar teurer sind als die Kleineren. Und selbst wenn sie mal weniger kosten, durch die Menge profitiert der Markt, denn man gewöhnt sich schnell an die Größe. So ist es, die Supermärkte wollen, dass wir immer mehr und mehr zu uns nehmen. Denn dadurch kaufen wir wiederum mehr, auf Kosten unserer Gesundheit!  Durch die über dosierten aromatischen Produkte klappt das auch prima.
Zusätzlich locken auch die perfekten Produktbilder und div. Sprüche/aussagekräftige Wörter wie: 'aus umweltschonenden/kontrolliertenAnbau', 'friedfertige Landwirtschaft', 'Wellnessdrink', Fitnessbrot', usw. - die reinste Täuschung! Denn diese Begriffe sind nicht geschützt. Zudem locken viele Artikel mit der minimale Nährwerttabelle. Dass die Angaben meist nur eine Portion von 30/50g entsprechen, wird übersehen, Hauptsache die Zahlen fallen niedrig aus und man vermittelt: Hier sind gar nicht so viele Kcal drinnen, man darf gerne und beliebig zugreifen.  
Auch manche Produkte an sich täuschen. Vollkornbrote werden dunkel gefärbt und als solche hingestellt, selbst die Zutaten versprechen nicht das was sie sind (E-Nummern sei Dank).
Beliebt auch bei den Süßwaren: 'eine extra Portion Milch', 'ohne Fett', 'Gesunde Vitamine', usw. Frische Zutaten werden benutzt, um das Ungesunde darzustellen.

Ich möchte es hierbei belassen. Mit Sicherheit gibt es Weiteres, was man nicht unbeachtet lassen sollte, nur sprenge ich so schon den Rahmen.
Wer weiter an die Lügengeschichten der Lebensmittelindustrie interessiert ist, kann sich gerne bim Web oder mit div. Büchern auseinandersetzen.

27. April 2014

Leben und leben lassen

Regt sich doch ständig jeder auf, über andere Meinungen, Ansichten und die winzigsten Kleinigkeiten.
Momentan fällt mir das wieder derbe auf; es wird gemeckert, gehetzt, geratschlagt, gewollt anderen zu ändern und den Drang, jeden seinen eignenen, persönlichen Stempel aufzudrücken.
Warum sind wir so? Und vor allem, warum tun wir uns das selber an...
Ich bezeichne mich selbst als sehr tolerant; mein Freundeskreis besteht aus den verschiedensten Charakteren. Ich bin der Meinung, man kann auch mit diejenigen die man nicht mag, mit genügend Tolenranz und Akzeptanz, und dem Wissen, diese Menschen nicht in seinem Leben integrieren zu müssen, irgendwie auskommen. Dazu benötigt man nur ein bisschen Selbskontrolle und -abschirmung.
Früher habe ich mich immer fürchterlich aufgeregt, heute kann ich das glücklicherweise recht gut kontrollieren, und selbst meine Arbeit wird für mich auch um einiges erträglicher.
Leben und leben lassen, für viele eine Sache der Unmöglichkeit.
Immun gegen Ungerechtigkeit bin ich nachwievor nicht, und da fällt es mir immer noch schwer, mich nicht aufzuregen und angreifen zu wollen...ich bin halt auch nur ein Mensch. Und in dieser Welt, wo Macht, Geld und Fassade alles regiert, fällt es manchmal schwer zu leben, zufrieden zu leben.
Facebook ist immer mein bestes Beispiel, ich beobachte ja gerne das Geschehen dort und die Reaktionen von anderen, ohne mich einzumischen. Aber auch im Freundes/Bekanntenkreis erlebe ich es immer wieder: Akzeptanz gleich null, wer und was anders ist wird abgelehnt. Natürlich basieren Freundschaft etc. auf Gleiches, Anziehndes. So soll es auch sein. Aber meistens, nein eigentlich immer, wird bei anderem, Ungleiches, gelästert und schlecht gemacht, ins Negative gezogen, oder man ist gewillt andere ändern zu wollen, seine Ideologie aufzuzwingen.
Ich 'suche' mein Leben lang, und komme immer wieder zu Sachen, die ich in dem Moment als das Richtige und Beste (für mich) sehe. Aber ich lasse jeden anderen daraus. Und selbst wenn man mir etwas anderes erzählen will, hör ich mir es an, (denk mir mein Teil) und lassen anderen so leben, wie sie es für gut heißen.
Wer negativ denkt, sich ständig aufregt, oder gar anderen Böses wünscht, ist/wird selbst nicht glücklich! Neid, Missgunst, Wut und Hass treiben einen in einem Teufelskreis und sorgen definitiv für Unglück. Wenn noch nicht jetzt, aber sicherlich irgendwann später. Krankheitstechnisch kann man immer vieles herauf beschwören.
Die entscheidene Frage ist, was lasse ich in meinem Leben zu, und was brauche ich, damit ich mich wohl fühle und zufrieden leben kann. Glück ist ein Zustand, der kurz, kostbar und rar ist. Und ich bezweifle, dass viele das selbe unter Glück verstehen.
Wer sich über TV/Radio-Werbung und den Blödsinn, der läuft aufregt, sollte einfach ganz darauf verzichten. Was man nicht sieht und hört, belastet einen auch nicht.
Wenn andere anderer Meinung sind, sollte man ihnen diese lassen, denn jeder verfolgt sein eigenes Ziel.
Wenn Freunde falsche Wege einschlagen, sollte man ihnen diese gehen lassen (gegen einen guten Rat ist nie etwas einzuwenden), denn nur sie selbst können (durch Fehltritte) dazu lernen und sich weiter entwickeln.
Wenn einem die Politik- und Wirtschaftslage zu Kopfe steigt und man sich nur darüber aufregen könnte, sollte man sich entweder dafür eintscheiden, direkt mitzumischen, in dem man sein Leben darauf aufbaut, oder sich dagegen abschirmen, indem man nur das Grundlegendste verfolgt und nicht groß (negative) Gedanken daran verschwendet. Denn man kann es einfach nicht ändern, außer man wirkt aktiv selbst mit!
Wenn Menschen einen nicht gut tun -und jetzt kommt das schwierige- sollte man sie ziehen lassen.
Situationen, die einen belasten oder unglücklich machen, sollte man ändern. Nur wenn Türen zugehen, können andere, Neue aufgehen. Wer an sich glaubt und vertraut, der sollte keine Angst davor haben!
Leben und leben lassen, sicher nicht einfach. Doch wer es schafft, kann nur gewinnen...

15. März 2014

Der Diätenwahnsinn...

...und wie man ihn entkommen kann.

Jetzt wo die Temperaturen endlich wieder milder werden, die Knospen sprießen und wir den dicken Wintermantel ablegen können, locken sämtliche Zeitschriften und Onlineplattformen mit den besten Abnehmtricks; der Diätenwahnsinn beginnt. Alle Jahre wieder...
Die Bauch-Weg-Diät, die noch besser ist, die Stoffwechseldiät, die effektiver sein soll, und die Fastenkur, die die Winterzeit im Körper schneller beendet. Die Saisondiät, die Wundersuppendiät, die Blitzdiät. Nur um mal einige genannt zu haben.
Alle versprechen sie gemeinsam, in kürzester Zeit viel abzunehmen, es darf sogar geschummelt werden. An den Jojo-Effekt wird nicht gedacht, auch nicht an die körperlichen Folgen während einer Diät.

Wissen ist Macht, und mächtig wollen wir alle sein.
Man könnte meinen, in der Ernährung lernt man nie aus. Da jeder Körper unterschiedlich 'tickt', ist es wahrscheinlich auch so.
Doch welche Diät ist nun für einem selbst richtig?
Ich würde meinen, gar keine.
Obwohl auch ich ständig seit zehn, zwölf Jahren den überflüssigen Kilos an meinem Körper den Kampf ansage, habe ich nie was von Diäten gehalten. Mal hier etwas weniger, mal dort etwas weniger, zwischendurch mehr Sport. Aber mich so richtig an einem Konzept gehalten hatte ich mich nie. Mal wog ich etwas mehr, mal etwas weniger. Ein ständiges Auf und Ab.

Es sind nun schon fast zwei Jahre her, als ich angefangen hatte, mich für meiner Ernährung und meinem Körper zu interessieren. Und noch immer lerne ich dazu. Ich bin vieles nachgegangen, habe ausprobiert, bin gescheitert und war erfolgreich. Und mittlerweile könnte ich behaupten, das Ziel schon zu sehen.
Um es kurz zu machen: Das Geheimrezept besteht aus Selbstanalyse, informieren bzgl. Ernährung und das bewusste Wahrnehmen. Darauf möchte ich gerne kurz näher eingehen.


Selbstanalyse
Man selbst ist der Mittelpunkt des Lebens. Darum geht es, um Zufriedenheit, Selbstverwirklichung, das Ausleben der Dinge, die man gerne macht und mag. Seinen persönlichen Weg zu finden.
Und doch läuft eher mehr schief als gut. Ängste und Zweifel sind unser stetiger Begleiter, Erfahrungen (und Enttäuschungen) halten uns ganz fest umklammert.
Wer etwas ändern will, muss sich erst einmal sich selbst stellen.
Warum das Ganze? Weil man dann auch die Unzufriedenheit mit dem Körper angehen kann.
Hat man das geschafft, ist man schon ein ordentliches Stück weiter!
Nun kann man schauen, inwiefern das alles unsere Essensweise beeinflusst, denn viele von uns denken, dass (fettiges und übersüßtes) Essen unser bester Freund sei und uns immer glücklich macht. Das er aber das genaue Gegenteil ist, wollen wir nicht hören.
Warum stopfen wir uns mit Schokolade & Co voll, wenn wir traurig oder enttäuscht sind? Warum verkrauchen wir uns im Bett, inkl. Pizza und Pasta, wenn wir einsam sind? Warum essen wir Fettiges und Ungesundes, wenn wir gehetzt und gestresst sind? Wenn der Körper Nahrung benötigt, haben wir Hunger. Doch meist essen wir eher wegen Heißhunger, Gelüste und aus Frust. Und das schlimme, wir kriegen manchmal gar nicht mit, dass wir essen, und vor allem nicht, wie viel.
Sich selbst beobachten ist angesagt! Von Vorteil ist auch ein Esstagebuch, um sein Verzehr bewusst mitzubekommen.


Informieren
Nur wer weiß was der Körper braucht (und wie viel davon) kann das Ausmaß seiner alten (schlechten) Ernährung begreifen. Nur wer sich mit den verschiedensten Lebensmitteln beschäftigt weiß, was gut und was schlecht ist.
Wer Profi auf diesem Gebiet ist, der weiß sogar, wie unglaublich intrigant, Macht und Geld besessen die Lebensmittelindustrie ist, auf Kosten der Gesundheit aller.
Die Macht der Gewohnheiten siegt meistens über einen, und das was der Bauer nicht kennt, frisst er auch nicht. Sich schlau machen über Lebensmittel ist Pflicht, auch was wir an Nährstoffen, etc. wir bei unserer Größe und unserem Gewicht überhaupt benötigen.
Ich habe mittlerweile so einige Bücher durchgelesen, mich durch Blogs und Internetseiten geklickt, und war schon kurz davor alles über den Haufen zu schmeißen, weil ich das Gefühl hatte wahnsinnig zu werden. Ich weiß, dass einem immer sehr viele Steine im Weg gelegt werden, und da ich ein vollkommenes und rundum glückliches, zufriedenes Leben führen möchte, ist die Ernährung nun mal auch wichtig, und ich blieb dran. Denn wenn der Körper nicht mehr richtig mitspielt, bin ich nicht mehr richtig ich, denn ich müsste eingeschränkt leben, und würde so wiederum nicht glücklich werden.
Es gibt Menschen, die sind mit weniger zufrieden und leben begrenzt, und manche wollen das volle Programm. Und dafür gebe ich alles.
Man sollte auch mal beobachten, wie gut einem Nahrungsmittel bekommen. Gewürze und Tees sind übrigens super Helfer, was die Verdauung, den Geschmack und dem Körpersystem betreffen!


Bewusstes Wahrnehmen
Wer ein halbes Lebensmittellexikon in seinem Gedächtnis hat, der weiß, dass Diäten nicht lange etwas und viel bringen. Man hat für einige Tage ein paar Kilos abgenommen, dafür in ein paar Wochen wieder drauf, evtl. sogar mehr.
Wer mit dem Wissen weise geworden ist, der weiß, dass Ernährungsumstellung im Allgemeinen das Zauberwort heißt. (Ess)Gewohnheiten erlangen wir sehr schnell, doch diese können wir auch wieder ablegen, bzw. ändern. Alles was negativ ist, kann in Positives umgewandelt werden, das sollte man nie vergessen!
Wer seine Lebensmittel bewusst zu sich nimmt, gewinnt nicht nur für seinen Körper, sondern gleich für's ganze Leben. Das Bewusstsein, sich und seinem Körper etwas Gutes zu tun, der gibt auch seiner Seele ihren Frieden, und somit können sich auch alle anderen Wahrnehmungen verändern. Man wird aufmerksamer, man strahlt mehr Selbstvertrauen aus, man springt vor lauter Energie im Dreieck, man ist zufrieden!
Ich kann das natürlich nur aus meiner Sicht beurteilen, aber ich bin mir sicher, dass es die anderen nicht unbedingt anders sehen.

Das war die/meine Theorie, kurz zusammen gefasst. Anfangs können natürlich Disziplin und Durchhaltevermögen eine wesentliche Rolle spielen, aber wichtig ist, dass man nicht aufgibt. Auch ich brauche manchmal noch 'Pausen', oder denke dass es doch so einfach ist, sich die Lügen und Intrigen der Lebensmittelindustrie hinzugeben, und in dem Alter wird das irgendwie schon, mit Tabletten & Co.

Ich bin nach wie vor weder Veganer noch Vegetarier. Auch wenn ich oft vegetarisch oder gar vegan esse, ich könnte nie auf Fleisch, Fisch und Milchprodukte verzichten. Klar, auch diese Gewohnheit könnte ich mir abgewöhnen, aber ich möchte es gar nicht. Nicht nur weil ich Abwechslung in meinem Essensplan brauche, sondern weil ich finde, dass es die Lebenskette nun mal nicht unbedingt vorsieht, dass wir vegan leben müssen. Tiere essen andere Tiere, und als Neandertaler jagten wir schließlich auch Lebewesen, um zu überleben. Natürlich ist das heutzutage zu einem enormen, katastrophalen Problem geworden, und diese Überproduktion und Verschwendung von Lebensmittel gehen auch mir immer wieder an die Nieren. Aber das ist widerum ein ganz anderes Thema...

18. Januar 2014

Essgestörte

Menschen hungern, Menschen fressen, manche bewusst, manche heimlich. Manche manchmal, manche täglich. Und eins haben sie alle gemeinsam: sie leiden. Jeder für sich, jeder auf seine eigene Art und Weise.
Manche zählen nur Kalorien, manche ignorieren sie. Manche kotzen nebenbei, manchen treiben exessiven Sport, manche schummeln nur. Manche mehr, manche weniger. Und alle Köpfe drehen sich nur um eins: Lebensmittel.
Jeden Tag.

Doch wo fängt es an?

Es fängt immer zuerst im Kopf an, mit dem ersten Gedanken, nach dem Streben nach Anerkennung, Reichtum und persönlichem Glück. Oft sind andere es, die das Weltbild verzerren, in dem sie mit anderem, teilweise widersprüchlichen propagieren. Aber auch die Funktion im eigenen Leben ist entscheidend.
Wenn die Wahrnehmung anders ist, als wie sie eigentlich sein sollte, treibt es ihnen in eine völlig andere, fast auswegslose Welt, eine krankhafte Welt. Und danach leben sie.
Auf der Suche nach Liebe im Allgemeinen, verlaufen sich sehr viele Menschen. Denn Liebe ist frei, unsteuerbar, unberechenbar.
Die Folgen können verherend sein, die Essgeströrten sind nur ein kleiner Teil der leidenden Bevölkerung.
Und doch ist es wichtig, sie zu sehen, sie direkt anzuschauen. Denn es ist ein ewiger Kampf, nicht nur um Liebe, sondern auch mit sich selbst.

Wie geht es weiter?

Egal ob sie hungern, oder sich vollstopfen. Die Grenzen sind gar nicht so groß wie die meisten denken. Denn wer es schafft, zurück ins Normale zu finden, dem kann es schwer fallen dort stehen zu bleiben, und läuft somit weiter dem gegesätzlichen Extremen in die Arme. Wichtig ist nur, dass sie ihren Kopf in den Griff bekommen, dass man sich verstehen lernt, denn das ist entscheidend. Denn nur Disziplin und den Willen zu haben, reichen oft nicht.
Sich selbst zu akzeptieren, sich seinen Problemen annehmen, zu erkennen und sich ihnen zu stellen, ist der erste Weg der Besserung. Das Ventil öffentlich aufschrauben.

Und das Ende? Gibt es ein Ende?

Mit der Zeit sicherlich. So wie die Gedanken der Betroffenen nur um Nahrung kreisten, so sollen sie künftig um einen gesunden Ausweg kreisen. Denn jeder hat hier ein Platz in der Welt, einen wichtigen sogar. Wie sie es handhaben, ist jedem seine Sache, doch die Mehrheit schafft es ohne weitere Hilfe nicht.
Wichtig sollte sein, darüber zu reden, egal mit wem. Sich seinen Ängsten zu stellen, nach Lösungen zu suchen und sich von Stolperfallen und Rückfällen nicht unterkriegen zu lassen. Mutig zu sein. Denn jeder hat das Recht zu leben, zu lieben und geliebt zu werden.

1. Dezember 2013

Die Regeln der Zeit

Und während man noch mit der einen Sache beschäftigt ist, grübelt man schon über die nächste Aufgabe nach. Die Zeit wird zusammen gequetscht, hauptsache sie vergeht nur schnell genug, und wir schaffen all die Aufgaben, die uns das Leben bereit gestellt hat. Und doch hören wir uns immer wieder sagen, die Zeit vergeht zu schnell.
Viele Magazine, Zeitungen, Websites, und auch Freunde oder Bekannte ermahnen uns immer wieder, dass wir im Jetzt leben sollen. Vergangenheit soll vergangen bleiben, dass es nichts nützt, sie hinterher zu hängen.
All das sind Worte, Worte, die manchmal so simple auszusprechen sind, dass wir uns diese sogar selbst reden hören.
Doch wie funktioniert das in der Realität?
Oft funktioniert es eben nicht in der Realität. Verinnerlichen fällt uns schwer, Änderungen erst recht. Man sagt, 30 Tage braucht unser Gehirn, das es lernt die Änderungen umzuprogrammieren und zu spreichern.
An das was wir uns gewöhnen, können wir uns auch wieder entwöhnen. Man muss nur den Willen und die Kraft haben, vielleicht auch ein wenig Disziplin.
Doch geht es wirklich so leicht?
Ich bin mir sicher, dass viele Menschen schon mal etwas schweres durchgemacht haben, was einem nur schwer wieder los lässt. Das erste Mal, wo einem das Herz gebrochen wurde, den Verlust eines geliebten Menschen, ein schwerer Unfall, und so weiter. Dinge, die einem vielleicht das Leben lang begleiten, Gedanken, die immer wieder zurückkehren, und Gefühle, die einfach nicht abzustellen gehen.
Es braucht Zeit, gewisse Sachen zu verarbeiten. Es bringt nichts, die Uhr einfach vorzustellen. Sicher, andere Menschen sind da, um uns zu helfen und uns zu unterstützen, doch die Zeit bestimmt selbst.
Und doch, sollten wir stets das Beste drauß machen!
Kennt doch jeder auch das Phänomen, dass wenn wir am glücklichsten sind, dass die Sekunden nur so rennen, und wir mehr damit beschäftigt sind sie zu halten, als das wir den Moment wirklich genießen. Glück ist ein Hauch, etwas flüchtiges, was wir erst erkennen, wenn es da ist. Und selbst dieses Erkennen ist schwer. Je nachdem, wie wir aufgewachsen sind, wertschätzen wir anders. Und danach legen wir unser Glücksgfefühl.
Es heißt nicht umsonst, mit dem Älterwerden werden wir weise, und so lernen wir auch immer wieder Neues dazu. Wer den Stillstand erkennt, kann immer wieder weiter gehen, und mit der Zeit einst werden.
Wir können es wirklich nicht ändern, die Zeit hat ihre eigenen Regeln, doch wir können uns ändern, wenn wir nur wollen. Wir können auch akzeptieren, und damit ein Stückchen weiter kommen.
Versuchen wir jetzt zu leben, denn jede Sorge, jeder Gedanken hintert uns daran, weiter zu kommen und glücklich zu werden.

7. November 2013

Die Zuckersucht

Wer kennt es nicht, ein leckeres Dessert, schnell mal vom Bäcker ein Stück Kuchen, oder Abends noch ein paar Stücke Schokolade oder Gummitierchen.

Vor knapp 2 1/2 Jahren habe ich mich das erste Mal in meinem Leben mit meiner Ernährung auseinandergesetzt, weil ich irgendwie nicht mehr weiter wusste. Ich fing an ein Essenstagebuch zu führen, um die schlimmsten Fakten vor Augen zu haben. Nach wenigen Wochen musste ich mir eingestehen, dass irgendwas mit meiner Ernährung nicht stimmte. Wie konnte es sein, dass ich jeden Tag den Drang hatte, nach Streuselschnecke, Gummibärchen und Schokokekse zu greifen? Wie konnte ich, nachdem ich soviel Schokolade in mich hineinstopfte (und ich rede nicht von einer Tafel) dass mir schlecht wurde, wieder am nächsten Tag nach Herzenslust zugreifen? Nicht nur Süßes, sondern auch Deftiges, immer schön im Wechsel. Nicht nur mein schlechtes Gewissen quälte mich, sondern ich quälte mich auch selbst.
Da ich auch immer wieder sehr schnell zu- und abgenommen habe (und mir das wirklich viel Energie raubte, denn zunehmen wollte ich nicht wieder so viel wie damals), wusste ich, dass es so nicht weitergehen konnte, dass ich mir nur ständig selbst das Leben schwer machte.
Ich hatte großes Glück, denn zu der Zeit arbeitete ich in einem Bioladen. Soll nicht heißen, dass ich plötzlich zum Vegetaria oder Biofreak mutierte! Nein, aber in einem Bioladen, der so groß wie ein ganz normaler Supermarkt war (Großstädte machens möglich), gibt es sehr viele Produkte, die das Leben bereichern können. Ich muss gestehen, ich kannte nichts. Ich kannte nur das was es auch in anderen, normalen, Einkaufsmärkten gab. Da wir damals im Monat immer einen Freibetrag hatten, wurde ich neugierig und probierte die kuriosten Sachen aus, war ja quasi umsonst. Heute, zwei Jahr später, arbeite ich nicht mehr dort, aber manche Lebensmittel sind in meinem Leben geblieben, wie z.B. Tofu, Qinoa, Kokosmilch, Sandornsaft, Senchatee, Falafel, Kichererbsen, vegetarische Bolognese, Dinkelmehl, ... Kannte ich vorher alles nicht! Da gabs nur Fertigessen in Pulverform!

Dass dieses Pulverzeug, dessen Zubereitung ja super simple, schnell und praktisch ist, irgendwie nur noch negativ in aller Munde war, hatte mich damals nie gestört. Doch in meiner Ernährungsänderungszeit hörte ich mal genauer hin. Ich beschäftigte mich mit den ganzen Inhaltsstoffen (musste ich durch den Job sowieso, denn ich musste jedem Rede und Antwort stehen können, was der Unterschied zwischen Bio und kommerziellen Produkten war) und den bösen komplizierten Wörtern, die kaum einer Aussprechen kann.
Da ich schon immer gerne gekocht hatte, habe ich diese Liebe wieder für mich entdeckt. Ich wollte mir Gutes tun, bewusster und gesünder essen und leben. Ich habe verinnerlicht, dass Obst und Gemüse täglich pflicht ist, und esse heute immer noch täglich sehr gerne beides.
Natürlich hatte auch ich mal schlechte Tage, und griff zur 5 Minuten Terrine, oder zur Pulvertomatensuppe. Aber was soll ich sagen, wer es schafft über längere Zeit hinweg gesünder zu essen, der merkt, wie ekelhaft und total übersalzen eigentlich dieser Pulverfraß ist. Erst letztens wollte ich mal wieder schnell eine (bestimmt seit einem halben Jahr rumliegende) Spargeltütensuppe zu mir nehmen, da ich auf Arbeit noch eine in der tiefsten Ecke verkramt hatte. Nach zwei Löffeln war mir schlecht und ich konnte dieses Zeug nicht runterschlucken. Ich fand es richtig widerlich, und da wusste ich, ich habe es geschafft! Bei mir gibt es höchsten 2 Mal im Jahr Dressing in Pulverform, auf alles andere kann ich sehr gut verzichten. Bei Konservendosen ist es schon schwieriger, aber die esse ich auch nur 1,2 Mal im Monat, damit kann ich noch leben.

Tja, was sich so gut anhört, ist dann aber leider doch noch nicht so gut.
Ich bin wirklich sehr froh, dass ich noch nie großartig viel von diesen ganzen Limonadengetränke wie z.B. Cola zu mir nahm. Ich bin (allerdings auch erst seit einigen Jahren) durch und durch Teetrinker. Hin und wieder gerne Milch oder ein Glas 100%igen Saft. Damit blieb mir schon sehr viel Zucker, und meinen Körper sehr viele Kilos, erspart!
Was heutzutage immer noch mein Problem ist, sind die Süßigkeiten. Trotz guter Ernährung kann ich nämlich auch heute nicht von ihnen die Finger lassen! Die gleiche Gier wie damals ist immer noch da und setzt sich durch!
Ich bin vor wenigen Wochen wieder an einem Punkt gekommen, der mich in purer Verzweiflung trieb. Ich verstand es einfach nicht, warum ich so gut wie jeden Abend den Drang hatte, nachdem ich mich doch tagsüber so gut ernährte (viel Eiweiß, frisch und ausgewogen), immer wieder zu etwas Süßem zu greifen. Natürlich hatte ich irgendwann nichts mehr gekauft, aber als ich dann extra wegen etwas Schokolade nochmal den 15 minütigen Weg zum Supermarkt wählte, war ich erschrocken über mich selbst, denn so etwas kannte ich nicht von mir. Wie viel Geld gab ich nur für Süßes im Monat aus? Ich will es gar nicht wissen. Mich beschäftigte jeden Abend die gleiche Frage, warum das so ist, warum ich nicht konsequenter und disziplinierter sein kann. War ich wirklich einfach nur zu schwach?
Ich betete für Antworten, und vor nicht all zu langer Zeit bekam ich endlich meine Antwort.

Ich bin kein großer Facebookfan, ich like nicht alles, ich les mir nicht alles durch, und generell finde ich vieles einfach nur nervig.
Doch wie es der Zufall so wollte, las ich einen Status, der nicht mal von einen meiner Freunde stammte, über Zucker. Und da wurde ich neugierig. Um nicht groß auszuholen: Ich fand eine Empfehlung über ein Buch, welches auf 285 Seiten das Thema Zucker beinhaltet, wie er unser Leben beeinflusst und kaputt macht, wie er die Weltherrschaft an sich gerissen hat, wie er uns von ihm abhängig machte. Und in dem Buch ist die Rede von Sucht!
Das Buch 'Garantiert gesundheitsgefährdend' von Hans-Ulrich Grimm kann ich nur jedem ans Herz legen!
Auf einmal kam Licht ins Dunkle, und ich verstand plötzlich, warum ich es einfach nicht sein lassen kann, nach Süßem zu grapschen. Ich habe verstanden, dass nicht ich es bin, sondern dass die Schuld der Zucker trägt. Denn Zucker nehmen wir schon seit klein auf zu uns, denn in so ziemlich jedem Produkt ist er versteckt. Natürlich unterscheiden wir Menschen uns, nicht jeder ist gleich süchtig. Und auch die Lebensumstände tragen viel dazu bei. Ich möchte hier wirklich nicht alle in einem Topf haun!
Ich fand das Buch wirklich sehr aufschlussreich und erschreckend, denn Zucker fördert auch viele Krankheiten, wie Diabetes, starkes Übergewicht und sogar auch Krebs. Und doch wird kaum einer der 'großen Leute' etwas dagegen sagen oder tun, weil die ganze Lebensmittelbranche, und sogar auch die Ärzte, von dem Erhalt des Zuckerkonsums, abhängig sind.

Ich wollte einfach mal gerne ein bisschen über das Thema aufmerksam machen, und hoffe, dass ich auch anderen, so wie ich mir damit helfen konnte, helfen kann.
Ich werde jetzt natürlich nicht den Zucker aus meinen Leben verbannen, das würde gar nicht funktionieren. Sich diese Sachen bewusst zu machen ist schon ein großer Fortschritt! Und ich hoffe, nachdem ich mich mehr und intensiver damit befasst habe, kann ich auch nach und nach den Zucker (zumindest vorerst was den ganzen Süßkram angeht) aus meinen Leben verbannen.
Ich gebe zu, ich will nicht auf alles verzichten. Plätzchen zu Weihnachten, im Sommer Eis, Kuchen bei einer Geburtstagsfeier, usw. Ich möchte lediglich wieder genießen, und vor allem selbst bestimmen können, wann schluss ist.